Gegen Ende eines jeden Winters, wenn die Nächte wärmer werden uns der Waldboden vom Regen freucht ist, wandern die Amphibien innerhalb weniger Wochen zu ihren Laichgewässern. Dabei endet das Überqueren der Straßen für die Tiere oftmals tödlich.
Wir betreuen in unserer Region Bad Sobernheim/Kirn drei Straßenabschnitte, die mit Schutzzäunen versehen werden. Diese Zäune werden von den Straßenmeistereien jedes Jahr sach- und fachgerecht installiert und nach der Wanderung wieder abgebaut und gelagert.

Bereits seit 1986 retten wir dies Lurche entlang der L 230 bei Simmertal mit einem mobilen Amphibienzaun.
Seit 1992 sind wir auch an der L 229 bei Monzingen und der K 22 bei Auen aktiv. Die niedrigen Zaunanlagen neben den Straßen verhindern, dass die Tiere unter die Räder kommen. Allerdings erfordert das weitere Hilfe durch ehrenamtliche Amphibienretter*innen, denn die am Zaun sitzenden Tiere müssen sicher über die Straße gebracht und in Richtung ihres Laichgewässers ausgesetzt werden. Die Gesamtlänge der von uns betreuten Zäune liegt bei 1.600 Metern.

Den größten Anteil der wandernden Amphibien machen Erdkröten aus. Aber auch Grasfrösche, Grünfrösche, Bergmolche, Fadenmolche und Teichmolche sowie Feuersalamander können wir in der Dämmerung entdecken.
Um einen dauerhaften Schutz zu gewährleisten, haben wir uns jahrelang für die Errichtung einer stationären Amphibienleitanlange entlang der L229 bei Monzingen eingesetzt. Im Dezember 2021 wurde sie endlich durch das LBM (Landesamt für Mobilität) fertig gestellt, was uns die Arbeit erheblich erleichtert.
Dennoch muss diese Leitanlage vor Beginn der Wanderung zu den Laichgewässern von herunter gefallenen Ästen, Laub, Erosionsmaterial und Müll befreit werden. Bei der Kontrolle stellen wir auch sicher, dass die Tunnel, die unter der Straße durch führen, durchlässig sind, so dass die Tiere diese möglichst einfach durchwandern können.
Sie haben Lust, unsere heimischen Amphibien kennenzulernen? Nehmen Sie gerne mit uns Kontakt auf und schließen Sie sich uns an, egal ob einmalig oder an mehreren Tagen. Wir freuen uns über jede helfende Hand.
Waren es vor wenigen Jahren noch tausende Tiere, so müssen wir leider feststellen, dass trotz unserer Rettungsbemühungen die Anzahl der Tiere seit 2017 drastisch abnimmt:

Die Grafik zeigt die Entwicklung der geretteten Tiere am mobilen Zaun in Auen und lässt Rückschlüsse auf die dortige Amphibienpopulation zu.
Es stellt sich natürlich die Frage nach den Ursachen für das Amphibiensterben. Zumal die Populationen an den beiden anderen von uns betreuten Standtorten eine ähnliche Tendenz zeigen und deutschlandweit an vielen weiteren Orten diese Beobachtungen gemacht werden. Nachfolgend einige Erklärungsanzätze.