Amphibienschutzgebiet „Peschet“

Naturvielfalt im ehemaligen Steinbruch

Der See, Herzstück des Amphibienschutzgebiets - Foto: Rolf Model
Der See, Herzstück des Amphibienschutzgebiets - Foto: Rolf Model

Das gesamte Gebiet des ehemaligen Steinbruchs hat eine Fläche von ca. 27.000 m² (2,7 ha). Am Fuß der über 50 Meter hohen Felswand hat sich ein See gebildet. Mit seinen etwa 3.000 m² Wasseroberfläche ist er das Herzstück des Amphibienschutzgebietes. Ein Drittel des Sees hat eine Wassertiefe von bis zu zehn Metern, die übrigen Bereiche sind Flachwasserzonen mit einer Tiefe von 10 - 30 cm. Die Schilfzone im hinteren Bereich ist ein wertvoller Lebensraum für viele Tiere.

 

Die NABU-Gruppe Bad Sobernheim hat mit der Basalt AG/Kirn, vertreten durch die Südwestdeutsche Hartsteinwerke, eine Vereinbarung getroffen: Wir wollen diesen schutzwürdigen Standort erhalten, pflegen und im Sinne des Naturschutzes weiter entwickeln, sowie durch den Ausschluss von kommerziellen Interessen vor schädlichen Einwirkungen durch Dritte bewahren. Es ist ein jagd- und fischereifreies Gelände!

Ein herzliches Danke an alle beteiligten Personen!

 

Allerdings gibt es auf dem Gebiet des alten Steinbruchs auch sehr lebensgefährliche Bereiche, wie die über 50 Meter hohe, teils überhängende Steilwand. Deswegen darf es nicht frei betreten werden. Gerne nehmen wir Sie mit auf einen Rundgang: beobachten Sie die Gelbbauchunken in ihren Flachwasserteichen, sehen Sie einem Graureiher beim Fischen zu, erfahren Sie mehr über unsere Arbeit dort und lassen Sie sich von diesem kleinen Paradies ein bisschen verzaubern. Oder lernen Sie das Schutzgebiet bei einem unserer Pflegeeinsätze kennen, und helfen Sie, es für die dort vorkommenden Tier- und Pflanzenarten zu bewahren.


Kleine Teiche für die Gelbbauchunken

2015 - Die streng geschütze Gelbbauchunke (Bombina variegta) ist ein kleiner Froschlurch und benötigt für die Fortpflanzung temporäre Kleingewässer. Denn diese erwärmen sich rasch, so dass sich der Laich und die Larven schnell entwickeln können. Weil Pfützen oder sich mit Wasser füllende Senken von uns Menschen lieber zugeschüttet oder vermüllt werden, verlieren die Unken mit der gelben Warnfärbung auf dem Bauch ihre Laichgewässer.

 

Deswegen haben wir 2015 das Lebensraumangebot im Amphibienschutzgebiet um kleine Teiche für Gelbbauchunken erweitert. Um diese herum bietet die angrenzende Vegetation und aufgeschichtete Steine kleine Höhlungen, die den Tieren als Rückzugsorte und Fluchträume dienen. Dass die Gelbbauchunken sich im Gelände des ehemaligen Steinbruchs wohlfühlen können wir seither jedes Jahr beobachten.

Ein Dankeschön geht an die Firma Hevert, die die Anschaffung der Teichfolie finanziell unterstützt hat. Und natürlich an alle eifrigen, ehrenamtlichen Helfer.


Die Geschichte des Steinbruchs

Am 15. Februar 1923 wurde der Steinbruch für 15.000 Mark jährlich von der Odenwälder Hartsteinindustrie zu Darmstadt gepachtet. Ab dem 1. April 1929 übernimmt Albert Pfeifer das Steinbruchgelände Distrikt “Peschet” für 500 Reichsmark.

Nach dem 2. Weltkrieg wünscht die Gemeinde eine Wiederaufnahme des Basaltabbaus. 1953 erhält der Sobernheimer Baustoffhändler Ferdinand Kloos den Zuschlag zur Anpachtung des Steinbruchgeländes.

Später führt die Basalt-AG den Abbau im Gelände fort.

Foto links: Steinbruch Kloos in Monzingen, Juni 1956. Foto rechts: Der See 1955 mit der Gaulsbachbrücke.

 

1969 ist der Basaltabbau bereits aufgegeben und der See füllt sich.

1972 ist im Hintergrund noch die Verarbeitungsanlage zu sehen.

 

Über vier Jahrzehnte später hat sich die Natur das Gelände zurückerobert. 2017 ist das heutige NABU-Vereinsheim kaum noch zu entdecken. - Foto: Rolf Model